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Beerdigung toter Projekte - Mut zum vorzeitigen, geordneten Projekt Closing

Vermutlich kennt jeder so einen Fall aus seiner täglichen Praxis. Projekte werden künstlich am Leben gehalten und weitergeführt, obwohl sie wirtschaftlich oder aus anderen Gründen nicht mehr objektiv zu rechtfertigen sind.

Doch viele Manager und Projektleiter halten daran fest. 

 

 

Der Wegfall der Grundlage für die Realisierung eines Projekts kann vielfältig sein:

  • Die Wirtschaftlichkeit ist nicht mehr gegeben
  • Der Nutzen, der durch das Projektergebnis erzielt werden sollte ist nicht mehr relevant
  • Der gewählte Technologieansatz ist am Ende des Projekts überholt
  • Während des Projektverlaufs sind Bedingungen eigetreten, die ein Weiterführen nicht mehr sinnvoll machen
  • Der Kunde für das Projektergebnis bricht weg
  • Das Projekt wird von wesentlichen Stakeholdern nicht mehr unterstützt
  • Der Wettbewerb war schneller und ist bereits mit der geplanten Produktinnovation auf dem Markt
  • Gesetzliche Rahmenbedingungen haben sich zwischenzeitlich geändert

etc.

Festhalten am toten Projekt

Viele Manager und Projektleiter halten dennoch an ihrem liebgewordenen Projekt fest. Obwohl die Krisensignale eindeutig sind, werden sie verleugnet. Die Hintergründe sind meist Machtpolitik, persönliche Eitelkeiten, Furcht vor Gesichtsverlust, Angst vor Beschädigung der Person oder des Amts, Verlust an Glaubwürdigkeit, Sturheit und Egoismus, Niederlagen und Versagen nicht eingestehen wollen, persönliche Interessen und Karriere.

Einige Gründe und Argumentationen:

  • Es wurde doch schon so viel an Finanzmitteln, Personal und Arbeit investiert. Das kann doch nicht verloren sein, wir kriegen das schon hin.
  • Der Vorstand, die Geschäftsführung sieht sich dem Verlust an Glaubwürdigkeit ausgesetzt, wenn das Projekt ohne Ergebnis einfach beendet wird. Daher weitermachen wie bisher.
  • Das Amt oder die Person des Projektsponsors, angesehenen Projektleiters wird durch ein wichtiges Projekt ohne Ergebnis beschädigt, was unbedingt vermieden werden soll.
  • Nach dem nächsten Karriereschritt ist man nicht mehr für das Projekt verantwortlich. So lange wird eben versucht es hinaus zu zögern und schön zu reden.

Die Folgen

  • Frustrationen und Demotivation der Projektmitarbeiter und anderer Stakeholder.
  • Konflikte – Suche nach dem Schuldigen
  • Austausch des Projektleiters
  • Weitere unnötige Investitionen in Sachmittel und Personalressourcen
  • Blockade wertvoller Ressourcen für neuere, bessere Projekte
  • Ein versandetes oder Dauer-Krisen-Projekt wirkt als Altlast für alle weiteren Projekte. Qualifizierte Mitarbeiter zeigen wenig Bereitschaft bei künftigen Projekten wieder mitzuarbeiten.
  • etc.

Regelmäßiger Check von Projekten

Nicht immer reicht das Projektcontrolling zur umfassenden Beurteilung aus. Jeder kennt wohl die grüne Ampel-Meldung, die kurz vor 12 erst nach gelb und dann rasch nach rot wechselt.

Laufende Projekte sollten daher einem regelmäßigen Check unterzogen werden. Einige Projektmanagement-Best Practices, wie z.B. PRINCE2 sehen einen Check des Business Case am Ende jeder Phase vor.

Aber auch ein regelmäßiger, präventiver Project Health Check, der die Güte des Projektmanagements und die Leistung des Projekts untersucht, kann helfen frühzeitig Fehlentwicklungen aufzudecken, Korrekturmaßnahmen zu entwickeln und das Projekt ggf. wieder in die Erfolgsspur zu bringen.

Jedes Unternehmen, das nicht nur ein einzelnes Projekt abwickelt hat ein Projektportfolio. Über ein Projektportfoliomanagement: Projektportfolio-Management(4,43 MB) wird regelmäßig geprüft, ob die investierten Ressourcen in die „richtigen“ Projekte fließen.


Entscheidung – Sanierung oder vorzeitiger Projektabbruch

Die Entscheidung für eine Sanierung oder einen vorzeitigen Projektabbruch muss nach objektiver Faktenlage bewusst getroffen werden.

Nach einer faktenbasierten Prüfung in welchem Krisenzustand sich das Projekt wirklich befindet, zum Beispiel durch einen Project Health Check, ist vom Management, Projektauftraggeber, Projektsponsor zu entscheiden wie weiter vorgegangen werden soll.

Ist eine Sanierung oder ein Relaunch unter geänderten Rahmenbedingungen aus o.g. Gründen nicht mehr möglich oder sinnvoll, sollte der vorzeitige aber geordnete Projektabbruch eingeleitet werden.


Vorzeitiger, geordneter Projektabschluss - Was ist zu tun?

Überprüfung der Schadensfolgen, die sich aus der vorzeitigen Auflösung oder Nichterfüllung von Verträgen ergeben oder die sich durch den ggf. eintretenden Imageverlust einstellen.

Sofern möglich und sinnvoll sollten zur Schadensbegrenzung wichtige und verwertbare Teilergebnisse noch finalisiert werden.

Durchführung von Projektrückschau („Lessons Learned“) Veranstaltungen, Dokumentation und Bewertung der bisher erreichten Ergebnisse.

Offizielle Kommunikation über die Beendigung des Projekts an die Stellen, die von dem Projekt und seiner Einstellung betroffen sind.

Offizielles Auflösen des Projektteams.

Das Scheitern von Projekten künftig als Möglichkeit einkalkulieren und entsprechend in der Unternehmens-/Projektkultur behandeln.

Schadensbegrenzung durch faires und anständiges Umgehen mit den betroffenen Projektbeteiligten

 

Haben Sie auch Erfahrungen mit „toten“ Projekten gemacht?

Wie wurde damit umgegangen?

Humoristisch gesehen: https://baetzler.de/humor/dakota_weisheit.html

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