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IoT-Projekte agil durchführen

IoT-Projekte agil durchführen - Bild 1Warum es Sinn macht Internet-of-things(IoT)-Projekte agil durchzuführen.

Hinter dem Begriff IoT verbirgt sich die Vernetzung von Dingen und Maschinen. Jedes "Ding" wird smart, bekommt eine digitale Hülle, so dass eine Interaktion nun auch digital (Datenaustausch, Warnungen, Auslösung von Aktivitäten, etc) zwischen smarten Dingen und nicht nur über eine physikalische Interaktion (verschieben, anstoßen, heben etc) oder mit dem Menschen möglich wird.

IoT kommt selten allein. Vielmehr ist IoT häufig integrierter Bestandteil anderer Treiber der digitalen Transformation wie Cloud-Computing, Mobile Computing, Big Data etc.

Daraus ergeben sich für Unternehmen völlig neue Chancen Möglichkeiten, die es bisher aus Mangel an der geeigneten Technologiebasis noch nicht gab. Damit verbunden sorgen diese neuen Chancen gleichzeitig bei Unternehmen dafür, dass eine Vielzahl von an neuen businessrelevanten Fragen beantwortet werden müssen

  • Mit welchen Innovationen an Produkten und Services kann ich meinen Kunden Mehrwert bieten?
  • Welches Geschäftsmodell soll dahinter stehen?
  • Was muss ich an meinen Geschäftsprozessen tun?
  • Welche Technologie soll zum Einsatz kommen?
  • Wie starte ich IoT-Projekte?

Zum Hintergrund was IoT für Chancen bietet und wie Praxisfälle aussehen lesen Sie bitte hier:

Internet of Things IoT – Chancen, Risiken, Technik, Vorgehen – Mit Anwendungsbeispielen aus der Praxis

Eigenschaften von IoT-Projekten

Mit IoT-Projekten betreten Sie in der Regel unbekanntes Terrain. Neue Produkte und Dienstleistungen, neue Geschäftsmodelle, neue oder veränderte Prozesse, neue Techniken (z.B. predictive Analytics, maschinelles Lernen, M2M-Maschine-to-maschine-Communication), meistern großer Datenströme, vernetzter Informationsaustausch mit anderen Systemen/Sensoren – Interoperabilität sowie neuen I(o)T-Infrastrukturen, Cloud- und Mobile Computing.

Zusätzliche Herausforderungen liegen in der Problematik fehlender Standards und kritischer IT-Security Fragen (u.a. Datensicherheit, Datenschutz, Rechte an den Daten).

IoT-Projekte zeichnen sich daher durch folgende Eigenschaften aus:

  • Hohe Risiken, bieten aber auch hohe Chancen
  • Große Unsicherheiten
  • Hohe Komplexität
  • Sind stark interdisziplinär (Bereichs-/Funktions-/Fachübergreifend, Business, IT)
  • Gekennzeichnet durch einen raschen time-to-market-zyklus und hohe Marktveränderungsdynamik
  • Anforderungen sind häufig unklar oder ändern sich schnell

Was hinsichtlich der Projekte von Organisationen abgefordert wird - Kulturwandel

Die besonderen Eigenschaften von IoT- und auch generell von Digitalisierungsprojekten machen eine agile Vorgehensweise erforderlich. Anpassungsfähig, adaptiv, iterativ und inkrementell.

Die Herausforderungen, die sich Organisation und Management in diesem Kontext stellen müssen sind:

  • Entwickeln von Gespür und Pioniergeist für künftige Technologien und Anwendungsfelder – Startup Einstellung
  • Innovations management - Design Thinking, Lean Startup, Value Proposition Design
  • (frühes) Scheitern zulassen – Lean Startup-Prinzipien anwenden - Minimal Viable Product Ansatz - mit einfachen Prototypen Hypothesen zum Anwendernutzen, Markt, etc. überprüfen
  • Kultur des Experimentierens, Fehlermachens und validierenden Lernens entwickeln
  • Iteratives Herantasten an Lösungen ermöglichen
  • Selbstorganisierende Teams für die interdisziplinäre Zusammenarbeit zulassen
  • Kontrollverlust bewusst hinnehmen
  • Veränderungen willkommen heißen - Agile Methoden zulassen und ihnen Zeit geben, auch wenn zu Beginn die Produktivität nicht sehr hoch sein mag
  • Permanentes Involvement der Stakeholder im Produktentstehungsprozess bis zur Marktreife
  • Sich auf kurze Planungsphasen einstellen

Aber auch agile Teams müssen sich Herausforderungen stellen:

  • Zügig und überprüfbare Teilergebnisse generieren
  • Umgehendes Reagieren auf Veränderungen und Marktbedürfnisse
  • Hohe Transparenz zu den Aktivitäten und Ergebnissen
  • Möglichst schnell Innovationen auf den Markt zu bringen
  • Flexible Adaptionsfähigkeit an sich rasch verändernde Umwelteinflüsse

Teams erhalten mehr Verantwortung. Sie arbeiten aufgrund der Selbstorganisation sehr eigenverantwortlich und ihre Arbeitsleistung, auch für den Einzelnen, wird transparent. Dafür steigt die Motivation im Team, die durch effektive, direkte Kommunikation/Informationsteilung, größeren Gestaltungsspielraum und das Gefühl etwas bewegen zu können, gefördert wird.

Fundament der Agilität: Agiles Manifest – Agile Werte, agile Prinzipien

Das agile Manifest bildet das Fundament für das Verständnis von Agilität. Es entstand 2001 als Antwort auf die wachsende Kritik an traditionellen Projektmanagement-Methoden.

Zum damaligen Zeitpunkt waren die neuen Ideen, Werte und Prinzipien revolutionär. In 2001 wurden sie erstmals von 17 Vorreitern in den USA niedergeschrieben und als „Agiles Manifest“ publiziert.

Einige der 17 Unterzeichner des agilen Manifest waren u.a. die Begründer von Scrum, Jeff Sutherland und Ken Schwaber.

Darin sind 4 Leitsätze / Werte und 12 Prinzipien verankert.

Leitsätze

  • Menschen und Interaktionen stehen über Prozessen und Werkzeugen
  • Funktionierende Software/Produkte steht über einer umfassenden Dokumentation
  • Zusammenarbeit mit dem Kunden steht über der Vertragsverhandlung
  • Reagieren auf Veränderung steht über dem Befolgen eines Plans

Prinzipien

  1. Unsere höchste Priorität ist es, den Kunden durch frühe und kontinuierliche Auslieferung wertvoller Software zufrieden zu stellen
  2. Heiße Anforderungsänderungen selbst spät in der Entwicklung willkommen! Agile Prozesse nutzen Veränderungen zum Wettbewerbsvorteil des Kunden.
  3. Liefere funktionierende Software regelmäßig innerhalb weniger Wochen oder Monate und bevorzuge dabei die kürzere Zeitspanne.
  4. Fachexperten und Entwickler müssen während des Projektes täglich zusammenarbeiten.
  5. Errichte Projekte rund um motivierte Individuen. Gib ihnen das Umfeld und die Unterstützung, die sie benötigen und vertraue darauf, dass sie die Aufgabe erledigen.
  6. Die effizienteste und effektivste Methode, Informationen an und innerhalb eines Entwicklungsteams zu übermitteln, ist im Gespräch von Angesicht zu Angesicht.
  7. Funktionierende Software ist das wichtigste Fortschrittsmaß.
  8. Agile Prozesse fördern nachhaltige Entwicklung. Die Auftraggeber, Entwickler und Benutzer sollten ein gleichmäßiges Tempo auf unbegrenzte Zeit halten können.
  9. Ständiges Augenmerk auf technische Exzellenz und gutes Design fördert Agilität.
  10. Einfachheit -- die Kunst, die Menge nicht getaner Arbeit zu maximieren -- ist essenziell.
  11. Die besten Architekturen, Anforderungen und Entwürfe entstehen durch selbstorganisierte Teams.
  12. In regelmäßigen Abständen reflektiert das Team, wie es effektiver werden kann und passt sein Verhalten entsprechend an.

(Quelle: https://agilemanifesto.org)

Herausforderungen in der Praxis

Unternehmen, die bisher noch wenig Berührungspunkte mit agile Vorgehensweisen hatten, erwartet ein kultureller Change.

Oftmals angetroffene Einschätzungen zu agilen Projekten:

Agile Projekte sind ein Risikofaktor. Die Kostenplanung ist unklar, ständige Nachforderungen an Budgets sind die Folge. Es lässt sich kein fester Endtermin fixieren. Die Zeitplanung ist intransparent und wird zum Risiko für die Product-Roadmap und den Release-Plan.

In diesem Zusammenhang sind darüber hinaus folgenden Mythen häufig anzutreffen:

Mythen

  • Die Implementierung agiler Vorgehensweisen ist einfach
  • Agile Vorgehensweisen führen umgehend zu Nutzen
  • Agil sein heißt auf Dokumentation zu verzichten
  • Agil sein führt zu schlechter Produktqualität
  • Agilität löst alle Probleme
  • Agilität ist was völlig neues
  • Agilität verzichtet auf Planung

Die Vorteile von Agilität

Wenn Sie sich auf Agile Vorgehensweisen einlassen, den Wandel und die Geburtsschmerzen einer Einführung in Ihrer Organisation aushalten, erwartet Sie in der Regel:

  • Höhere Produktivität
  • Höhere Effizienz
  • Schnelligkeit, Wendigkeit, Anpassungsfähigkeit
  • Mehr Zufriedenheit bei den Kunden und den Entwicklerteams

Aufsetzen eines agilen IoT-Projekts

Starten Sie ein agiles IoT-Pilotprojekt, sofern Sie nicht schon ausreichend Erfahrung mit agilen Produktentwicklungen haben.

Entwickeln Sie für Ihr IoT-Vorhaben eine Vision, konkrete Zielsetzungen und eine Product Road-Map.

Bereiten Sie den Boden für ein agiles Projektumfeld

  • Schaffen Sie Awareness im Management/Stakeholdern: Einführung in die agilen Grundprinzipien
  • Analysieren Sie die erforderlichen Prämissen und legen Sie die erforderlichen Freiheitsgrade für das IoT-Projekt fest
  • Training der Beteiligten in einer agilen Vorgehensweise, z.B. Scrum
  • Bereitstellung und Benennung der benötigten Ressourcen (Personal, Budget, Material etc), Rollen (Product Owner, Scrum Master, Entwickler) und Projektstrukturen
  • Offizielle Initiierung des agilen IoT-Projekts durch Bekanntmachung, Kick-Off, Newsletter etc.

Unterstützung im IoT-Produktentstehungsprozess

  • Erwartungs- und Stakeholder-Management
  • Enges Involvement des Managements und der Stakeholder während des Produktentstehungsprozesses (Anpassungen, Adaptionen, Mitwirkungen, Entscheidungen, etc)
  • begleitendes externes Coaching der agilen Rollen

Fazit

Die besonderen Eigenschaften von IoT-Projekten machen deutlich, dass eine agile Vorgehensweise wohl eine höhere Erfolgswahrscheinlichkeit für IoT-Projekte verspricht als ein klassischer Project Life Cycle. Das schließt jedoch eine hybride Vorgehensweise klassisch-agil nicht aus.

Im Projektalltag werden sich im Rahmen der konkreten Umsetzung viele Herausforderungen zeigen. Von Unternehmen und ihrem Management, die bisher nur wenig Berührungspunkte mit agilen Methoden hatten, wird ein kultureller Wandel abverlangt.

Die vielen Erfolge mit agilen Vorgehensweisen haben deren heutigen Durchdringung in den Unternehmen befördert. Es stellt sich also weniger die Frage, ob agile Methoden eingesetzt werden sollen, sondern eher wie ein agiles Projektumfeld bereitet werden kann.

 

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