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Best Practice Analyse - Agile Vorgehensmodelle - Potenziale und Limitationen

Scrum

Agile Vorgehensmodelle in der Softwareentwicklung und in der Projektarbeit sind populär und im Vormarsch. Verkürzte Produktlebenszyklen, Forderungen nach mehr Effizienz, Transparenz und höhere Flexibilität sind Herausforderungen, die heute an Projektmanagementprozesse gestellt werden.

Im Rahmen einer Best Practice-Analyse, siehe auch GPM-Magazin – projektMANAGEMENT atkutell, 1/2013 wurden von Franziska Krodel M.Sc.  Potenziale und Grenzen agiler Vorgehensmodelle aus Erfahrungen im Praxiseinsatz  untersucht.

Dabei wurden Experten, aus international tätigen großen und mittelständischen Unternehmen der Softwarebranche ausführlich befragt. Nur Experten mit ausgewiesener Kenntnis und Projekterfahrung mit agilen Methoden mit Fokus auf Scrum wurden für die Untersuchung herangezogen.

Scrum – Ein kurzer Abriss zur Methodik

Scrum findet häufig als flexibles Managementframework in der Softwareentwicklung Anwendung.

Hier finden Sie Hintergründe und Prozessablauf zu Scrum in einem Video rasch erklärt:

Gegenüber den plangetriebenen Methodenansätzen wie z.B. PMBoK® oder PRINCE2® fehlt bei Scrum der klassische Projektleiter und die Projektstruktur.

Ein Scrum Master stellt sicher, dass der Scrum Prozess richtig umgesetzt wird und hält dem Team den Rücken frei, das heißt u.a. keine Änderungen während laufender Sprints. Damit wird effizientes Arbeiten unterstützt.

Der Product Owner ist für das Thema Anforderungen verantwortlich und ist die Schnittstelle zum Kunden. Er stellt sicher, dass die Anforderungen im Product Backlog, erfasst und priorisiert werden und das Änderungen der Anforderungen entsprechende eingepflegt werden.      

Die Teams sind selbstorganisierend und steuern sich selbst.

Es gibt keine detaillierte Planung zu Beginn des Projekts. Auch wird nicht sehr häufig an das Management über den Projektfortschritt berichtet. Hier liegen deshalb oftmals beim Management Akzeptanzprobleme für agile Vorgehensweisen.

Ergebnisse der Befragungen - Positive und negative Aspekte – Potenziale und Risiken

Identifizierte Potenziale, Probleme und Risiken in der Übersicht

Potenziale

Potenzialhintergründe

Probleme & Risiken

Transparenz

Nach jedem Sprint auslieferungsfähige Produkte. Dadurch gibt es messbare Ergebnisse während des Projektverlaufs.

Feedback-Runden mit Retrospektiven sichern kontinuierliche Verbesserung.

 

 

Kundenzufriedenheit

Möglichkeit der Einbringung von Änderungswünschen. Transparenz des Projektfortschritts. Frühe Auslieferungen von nutzbaren Teilprodukten.

 

 

Arbeitseffizienz

Weniger Aufwand für Planungsaktivitäten. Fokus auf Umsetzung. Detailplanung hemmt Effizienz, jedoch strenge Einhaltung der Timeboxes wichtig.

Reduktion der Komplexität durch erhöhte Transparenz der Anforderungen und häufige Kommunikation.

Erhöhte Produktivität durch störungsreduzierte Aktivitäten während eines Sprint. Eng fokussiertes Arbeiten.

 

Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit der Mitarbeiter sind unbedingte Voraussetzungen.

Mitarbeiterzufriedenheit

Starke Motivation durch die Übernahme von Eigenverantwortung. Freude an der Nutzung agiler Praktiken.

 

 

Produktqualität

Positiver Einfluss der Mitarbeiterzufriedenheit steigert Produktqualität. Laufende Auslieferung von getesteten Teilergebnissen und regelmäßiges Kundenfeedback aus den Teillieferungen verbessert Qualität und vermeidet Missverständnisse.

 

Steigende Lernkurve und wachsender Wissenstand unterstützt die Produktqualität.

 

Schulungsbedarf

 

Neue Entwicklungsmethoden erfordern gerade zu Beginn einen erhöhten Schulungsbedarf. Auch muss immer wieder auf die Einhaltung agiler Prinzipien, Werte und Prozesse hingearbeitet werden. Die Kosten für Schulungsmaßnahmen und Verankerung agiler Vorgehensweisen können daher beträchtlich sein.

 

Einsatz in Großprojekten

Auch in Großprojekten wird Scrum mit Erfolg eingesetzt, so die Aussagen aus der Praxis.

Große Projekte werden in mehreren Teams organisiert, die dann allerdings einen erhöhten Synchronisationsbedarf aufweisen.

 

Fehlende Designphase

 

Prozessimmanentes Problem. Gefahr der Entstehung einer unstrukturierten Architektur aufgrund fehlender Designphase. Grobes Architekturgerüst unbedingt erforderlich.

 

Festpreisverträge

 

Überwiegend werden Festpreis-projekte vereinbart.

Das erfordert jedoch eine eingehende Anforderungs-erfassung, was dem agilen Grundkonzept jedoch ent-gegenläuft.

 

Verteilte Teams, Teilzeit

 

Örtlich verteilte Teams und Teilzeitmitarbeiter induzieren Probleme bei der Teamorganisation und der kontinuierlichen Kommunikation, da in agilen Modellen der direkte Kontakt besonders wichtig ist. Flexibilisierte Arbeitszeiten wirken daher gegenläufig.

 

Interessanterweise werden agile Vorgehensmodelle immer häufiger mit den klassischen plangetriebenen Modellen kombiniert, um Werte und Prinzipien zu ergänzen. So werden immer öfter auch Kombinationen von Scrum mit z.B. PRINCE2 in den einschlägigen Foren und den Medien thematisiert.

Auch in der Best Practice Analyse von Franziska Krodel wird als Fazit die Kombination aus Scrum, XP (Extreme Programming) und Kanban vorgeschlagen, um die identifizierten Potenziale voll ausschöpfen und die Limitationen überwinden zu können.

Welche Erfahrungen haben Sie gemacht? Welche Kombinationen von Scrum mit plangetriebenen Ansätzen oder agilen Ansätzen kennen Sie?

Den Artikel von Franziska Krodel finden Sie hier:

https://www.pmaktuell.org/uploads/PMAktuell-201301/PMAktuell-201301-033-Public.pdf

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