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Entscheidungsmanagement – Entscheidungen optimieren mit Decision Model and Notation DMN

Entscheidungsmanagement – Entscheidungen optimieren mit Decision Model and Notation DMN - Bild 1

Ständig werden uns im Geschäftsleben Entscheidungen abverlangt. Doch wie und auf welcher Basis und nach welchen Kriterien treffen wir unsere Entscheidungen? Manche Entscheidungen werden intuitiv getroffen, andere lassen sich gut automatisieren, wenn sie immer wiederkehren und sich gut operationalisieren/strukturieren lassen.

Wiederkehrende Entscheidungen werden zur Automatisierung heute häufig noch in Software gegossen. Deren Entscheidungsregeln und -kriterien sind dann oftmals tief im Programm-Code vergraben. Das erschwert die Transparenz und die Diskussion von der IT mit den Fachbereichen, welche die Geschäftslogik, Geschäftsregeln, Kriterien und das Entscheidungsmanagement definieren.

Gefragt ist eine Methodik, die es erlaubt Geschäftsentscheidungen mit Hilfe einer standardisierten Beschreibung strukturiert zu modellieren. Dadurch können Geschäftsentscheidungen verständlich und nachvollziehbar dokumentiert und getroffen werden. Die Erhebung der Anforderungen für Entscheidungsregeln, Kriterien und Logik sowie die Analysen werden damit vereinfacht.

Darüber hinaus sollen sich damit Entscheidungsstrukturen und –logiken aus dem Programmcode in eine separate Struktur überführen lassen, welche die Transparenz erhöht, Änderungen erleichtert, die Automatisierung einfacher gestaltet und die Wartung von Programmen wesentlich vereinfacht.

Die Object Management Group® (OMG®) hat mit dem Decision Model and Notation (DMN) Standard genau diese Fragestellung beantwortet. Die OMG® hat bereits die bekannten Standards zu BPMN (Business Process Model and NotationI) sowie zur UML (Unified Modeling Language) herausgegeben.

DMN ist ein internationaler und plattformunabhängiger Standard.

Zielsetzung Decision Management

Mit Hilfe des Decision Model and Notation (DMN) Standards wird eine standardisierte Notation (Qualitative und quantitative Benennung und Beschreibung von Dingen mit Hilfe einer Symbolik) bereitgestellt, welche die Fachseite und die IT gleichermaßen verstehen.

DMN kann dabei im Rahmen des Geschäftsprozessmanagements, z.B. über BPMN 2.0 eingesetzt werden. Es kann aber auch alleinstehend als Werkzeug für das Entscheidungsmanagement genutzt werden.

Zielsetzungen in der Übersicht:

  • Modellierung gut strukturrierbarer, operationaler Entscheidungen
  • Verbesserung der Transparenz
  • Verbesserung der Wartbarkeit, Weg von Entscheidungen die in tief in Programmcode verborgen sind
  • Verbesserung und Optimierung des Änderungsdienst
  • Optimierte Unterstützung der Automatisierung von Entscheidungen

Anforderungsmanagement für Entscheidungen und Entscheidungslogik

Im Wesentlichen sind zwei grundsätzliche Handlungsfelder von Bedeutung.

Das Anforderungsmanagement für Entscheidungen (Decision Requirements Management) und die Entscheidungsregeln/-logik (Decision logic).

Decision Requirements Diagram - DRD

Mit Hilfe des Decision Requirements Diagramm (DRD) können Strukturen von Entscheidungen modelliert werden.

Die Symbolik der Modellierungselemente für das Decision Requirements Diagramm (DRD)

Entscheidungsmanagement – Entscheidungen optimieren mit Decision Model and Notation DMN - Bild 1

 Quelle: In Anlehnung an OMG® Object Management Group® Decision Model and Notation (DMN)    V. 1.1

 

Entscheidungsmanagement – Entscheidungen optimieren mit Decision Model and Notation DMN - Bild 2

Quelle: In Anlehnung an OMG® Object Management Group® Decision Model and Notation (DMN)    V. 1.1

 

Beispielhafte Darstellung eines Decision Requirements Diagramms

Entscheidungsmanagement – Entscheidungen optimieren mit Decision Model and Notation DMN - Bild 1

 

DRD - Anwendungsbeispiel für die Basis-Entscheidung zur Erteilung einer Kreditkarte für einen Antragsteller

 

Entscheidungsmanagement – Entscheidungen optimieren mit Decision Model and Notation DMN - Bild 2

 

Im Rahmen der Basisentscheidung werden die Geschäftsregeln abgerufen. Diese hängen an den Quellen der Geschäftsregeln, welche die Geschäftslogik (Welches Verfahren soll angewendet werden, um zu einer Entscheidung zu kommen?) beinhaltet.

Entscheidungslogik – Decision logic

Eine Entscheidungslogik,

  • beschreibt wie Entscheidungen aus den Eingangsdaten abgeleitet werden
  • wird durch Ausdrücke beschrieben, die formal oder nicht-formal sein können
  • kann in DMN auf unterschiedliche Weise abgebildet werden
    • Entscheidungstabelle
    • Aufruf eines Geschäftswissensmodells
    • Ausdruck in einer beliebigen Sprache (natürliche, Programmiersprache)

Decsion Tables - Entscheidungstabellen

Eine Möglichkeit der Abbildung von Geschäftslogik sind Entscheidungstabellen.

Decision Tables sind in Tabellen organisierte Eingangs-/Ausgangs-Ausdrücke, die

  • als Regeln organisiert sind,
  • die spezifizieren, wie die Ausgangsdaten aus den Eingangsdaten abgeleitet werden.

Entscheidungstabellen enthalten die Entscheidungs-/Geschäftslogik für das Treffen von Entscheidungen. In Entscheidungstabellen werden alle erforderlichen Eingabedaten aufgeführt, die für die Ableitung der Entscheidung (Output) erforderlich sind. Darüber hinaus werden alle möglichen Kombinationen von Eingabedaten darin abgebildet (Entscheidungsregeln).

Entscheidungsmanagement – Entscheidungen optimieren mit Decision Model and Notation DMN - Bild 1

 

Anatomie einer Entscheidungstabelle am Beispiel Basisentscheidung für die Erteilung einer Kreditkarte

Entscheidungsmanagement – Entscheidungen optimieren mit Decision Model and Notation DMN - Bild 1

Wie eine Entscheidungstabelle im Grundsatz arbeitet können Sie hier anschaulich erfahren:

https://camunda.org/dmn/simulator/

Übersicht zum Nutzen von Decision Model and Notation

DMN hilft

  • zu verstehen, was eigentlich zu entscheiden ist,
  • zu klären welche Informationen dafür benötigt werden,
  • darzustellen wer für die Entscheidungen verantwortlich ist,
  • dabei Abhängigkeiten zu anderen Entscheidungen zu managen,
  • bei der Gestaltung und Vereinfachung von Geschäftsprozessen,
  • die Automatisierung der Entscheidungslogik zu optimieren,
  • die Einhaltung von Regeln (Compliance) durchzusetzen.

Anwendungsgebiete – eine Auswahl

Kreditvergabeprozess – z.B. Regeln für die Kreditvergabe

Versicherungsfallbearbeitung – z.B. Deckung von Schäden

Compliance-Sicherung z.B. Einzuhaltende Regelwerke, Risikomanagement

In Unternehmen existieren heute in den unterschiedlichsten Bereichen eine Vielzahl von Regelungen und Gesetzen, deren Einhaltung sicherzustellen ist. Die Konformität mit diesen Regeln und Gesetzen und deren Einhaltung muss das Unternehmen häufig auch belegen können. Einzuhaltende Regeln und Gesetze können dabei als Wissensquellen, die über das Geschäftswissensmodell mit Ausgestaltung der Formulierung in Entscheidungstabellen, abgebildet werden. Damit stehen die formulierten Entscheidungslogiken in direkten Kontext mit den Regel-/Gesetzeswerken.

Siehe hierzu auch Tax-Compliance System

Kontext von Business Process Model and Notation – BPMN und DMN

Bei der Modellierung von Geschäftsprozessen werden Entscheidungen über Verzweigungen abgebildet.

Durch die Trennung der Modellierung von Prozess und den darin eingebetteten Entscheidungen sowie mit Hilfe von DMN beschriebenen Entscheidungsmodellierung wird der Prozess leichter verständlich und leichter anpassbar.

Ohne diese Trennung werden ggf. vielfältige Verzweigungen im Prozess aufgrund der ggf. zahlreichen Entscheidungsregeln erforderlich. Darüber hinaus sind bei Änderungen an den Entscheidungsregeln nur dort Anpassungen erforderlich und nicht im Prozess.

 

Entscheidungsmanagement – Entscheidungen optimieren mit Decision Model and Notation DMN - Bild 1

Download – Hier können Sie kostenfrei den Decision Model and Notation (DMN) –Standard beziehen

Die erste Version wurde im September 2015 von der Object Management Group® veröffentlicht. Aktuell liegt der Standard in der Version 1.1. vor.

https://www.omg.org/spec/DMN/1.1/

Software und open Source Software für Decision Model and Notation

Cloud-Lösung für BPMN und DMN:  „Signavio“ https://www.signavio.de

Open source Lösung für für BPMN und DMN:  camunda - Currently v7.5.0 · Released in May 2016,  https://camunda.org/

Simulator für DMN: https://camunda.org/dmn/simulator/

Fazit zu DMN

Eine Vielzahl von Geschäftsregeln und deren Zusammenspiel im Auge zu behalten, ist keine einfache Aufgabe. Ein Decision Requirements Diagramm im Zusammenwirken mit Entscheidungslogiken schafft Übersicht und Struktur.

Wer mit Hilfe des Decision Requirements Diagram (DRD) beginnt Entscheidungen zu analysieren wird schnell erkennen, wie gut dieses Werkzeug geeignet ist, um zu verstehen was zu entscheiden ist, welche Informationen dafür erforderlich sind und welche Abhängigkeiten zu anderen Entscheidungen existieren.

Die Analyse der Geschäfts-/Entscheidungslogik mit Hilfe von Entscheidungstabellen geht einen Schritt weiter und sichert somit das Verständnis, welche Eingangsparameter wirklich für eine Entscheidung erforderlich sind.

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