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Agiles und klassisches Projektmanagement im neuen Release des Standards des Project Management Institute (PMI)®: PMBOK®Guide – Sixth Edition

Agiles und klassisches Projektmanagement im neuen Release des Standards des Project Management Institute (PMI)®: PMBOK®Guide – Sixth Edition - Bild 1

Ein sehr interessanter Beitrag von unserem Gastautor und langjährigem Trainer für die Vorbereitung zur Zertifizierung zum Project Management Professional PMP® bzw. Certified Associate in Projekt Management CAPM® Heinz-Michael Dickmann.

Vor einigen Jahren habe ich noch erlebt, wie die beiden Fraktionen des klassischen und des agilen Projektmanagements teils in voller Überzeugung der alleinigen Richtigkeit des jeweiligen Ansatzes aufeinandergeprallt sind. Inzwischen haben die meisten Projektmanager erkannt, dass einerseits beide Ansätze durchaus ihre Vorteile haben, dass man andererseits auch klassische und agile Methoden gemeinsam in einem Projekt erfolgreich einsetzen kann.

Schon in der aktuellen Version A Guide to the Project Management Body of Knowledge (PMBOK®Guide) (5th. Edition) gibt es eine kurze Darstellung des adaptiven (agilen) Lebenszyklus.

Die seit einigen Jahren bereits mögliche „agile“ Zertifizierung zeigt, dass sich auch das PMI diesen Vorgehensweisen nicht verschließt (siehe dazu auch PMI Agile Certified Practitioner (PMI-ACP)®.

Die vermutlich im Herbst dieses Jahres erscheinende Ed.6 beschreibt ein „Continuum of Project Life Cycles“ von highly predictive (vollkommen plangesteuert) über predictive, adaptive (agil) bis highly adaptive. Hier lassen sich auch die iterativen/inkrementellen Lebenszyklen einordnen.

Hybride Vorgehensweisen (ein Teil des Projects wird predictive, ein anderer adaptive geführt) sind möglich.

Prozessgruppen

Im Anhang X3 werden die Unterschiede der Lebenszyklen grundsätzlich und im Hinblick auf die Prozessgruppen (Initiating, Planning, Executing, …) betrachtet.

„Highly Predictive“:

  • Spezifizierung der Anforderungen während der Initiierung und Planung
  • Steuerung von Kosten und Risiken durch detaillierte Planung auf Grundlage einer tiefen Analyse von Anforderungen und Rahmenbedingungen
  • Einbeziehung der Stakeholder an definierten und geplanten Meilensteinen

„Highly Adaptive“:

  • Ausarbeitung der Anforderungen in regelmäßigen Intervallen während des Projekts
  • Steuerung der Kosten und Risiken gemeinsam mit den aufkommenden Anforderungen
  • Kontinuierliche Einbindung der Stakeholder

Auch in agilen Projekten finden die Prozessgruppen grundsätzlich Anwendung, auch wenn die Ausprägungen unterschiedlich sein können.

  • Das Initiierung und Planung erfolgt für jede Iteration und daher in viel kürzeren Frequenzen
  • Das Monitoring und Controlling bezogen auf das Gesamtprojekt erfolgt mit Hilfe eines „Backlog“, das alle Kundenanforderungen in der aktuell gültigen Priorisierung umfasst. Wegen der kürzeren Entwicklungszyklen (Phasen, Sprints) besteht weniger Notwendigkeit, aufgrund von Änderungswünschen in den aktuellen Entwicklungszyklus einzugreifen.
  • Die in jedem einzelnen Entwicklungszyklus gesammelten Erfahrungen (Lessons Learned) können in den folgenden Zyklen genutzt werden (nicht erst im nächsten Projekt).

Knowledge areas

In den Kapiteln mit den ausführlichen Beschreibungen der Knowledge Areas (Chapter 4 bis 13) gibt es zusätzlich jeweils einen Abschnitt: „Vorgehensweisen in agilen, iterativen und adaptiven Umgebungen, z.B.

  • Integration Mgmt: Stärkere Einbindung des Teams
  • Scope Mgmt: Definition des Scope während des gesamten Projekts
  • Time und , Cost Mgmt : Iterative Terminplanung und iterative Schätzung von detaillierten Kosten, leichtere Anpassung bei Veränderungen (z.B. auch der Rahmenbedingungen)
  • Quality Mgmt: häufigere Retrospektiven
  • Resource Mgmt: kollaborative, sich selbst organisierende Teams
  • Procurement Mgmt: häufig Einbindung der externen Mitarbeiter in das Team
  • Stakeholder Mgmt: starke Einbindung der Stakeholder

Fazit

Das auch schon in der Ed.5 beschriebene grundsätzlich notwendige Tayloring der dargestellten Projektmanagementprozesse durch den Projektmanager bzw. das Projektmanagementteam wird logischerweise erweitert auch auf die Auswahl von agilen Methoden.

Ich persönlich halte die Aufnahme dieser neuen Themen in den PMBOK®Guide für sehr wichtig und fast schon überfällig. Agile Methoden sind inzwischen ebenso „Good Practice“ im Projektmanagement wie die klassischen Vorgehensweisen.

Gemäß dem aktuellen Informationsstand plant das PMI, die Zertifizierungsprüfungen ab dem ersten Quartal 2018 auf die neue Version umzustellen. Unsere Seminare werden wir rechtzeitig anpassen.

Die nächsten Seminare zur Zertifizierungsvorbereitung finden Sie hier


PMI, PMBOK, PMO, CAPM, PMI-ACP are registered marks of Project Management Institute Inc.

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